Online verkaufen, offline bleiben: Claudias Weg mit Jimdo



Wer Claudia Voss zum ersten Mal begegnet, merkt sofort: Hier ist jemand, der für das lebt, was er tut. Seit 1997 führt die 57-Jährige “HUTWILLER” in Kiel. Es ist einer der letzten echten Modistenbetriebe (Hutmacherei) Norddeutschlands, mit Hauptsitz in der Dänischen Straße und einer kleinen Zweigstelle im Badeort Eckernförde. Was einst ein kleiner Laden mit altem Teppich und Holzschränken war, ist heute ein lebendiges Handwerksunternehmen mit neun Mitarbeitenden, einem wachsenden Onlineshop, einer treuen Instagram-Community und einer Unternehmerin, die keine Angst hat, auch unbequeme Wahrheiten laut auszusprechen.

Vom Schneidern zur Meisterin: Eine Berufung, die blieb
Claudia entdeckte ihre Leidenschaft fürs Handwerk in der Schulzeit, beim Freizeitschneidern. Eigentlich wollte sie Schneiderin werden und bewarb sich bei HUTWILLER, ohne genau zu wissen, was eine Modistin überhaupt ist. Was dann folgte, war Liebe auf den zweiten Blick:
„Es hat mich nach drei Jahren so gefesselt, dass ich auch überhaupt gar nicht davon weggekommen bin.“
Nach der Ausbildung blieb sie in Betrieb, erkannte früh, dass sie nicht im Designbereich arbeiten wollte. Auch “nicht für Events, sondern für die Straße“ und so entschied sie sich dafür, alltagstaugliche Kopfbedeckungen zu machen, die für jeden Menschen geeignet sind. Als ihre Chefin keinen Nachfolger aus der eigenen Familie hatte, bot sie Claudia den Laden an. Bedingung: der Meistertitel. Der Weg dorthin war lang: Abendkurse, Wochenenden, teils Jahre lange Wartezeiten auf die seltenen Meisterkurse für Modistinnen. Im Januar 1997 bestand sie erfolgreich die Prüfung und im Februar übernahm sie den Laden. Mit 29 Jahren.
Was Selbstständigkeit wirklich bedeutet
Claudia macht keine falschen Versprechen. Gefragt nach dem, was sie an der Selbstständigkeit liebt, antwortet sie ehrlich:
„Selbstständigkeit ist schon eine wirklich starke Herausforderung. Das heißt tatsächlich selbst und ständig. Das muss man wirklich wissen. Man hat den Kopf immer, roundabout 24 Stunden, in der Firma.“
Und dennoch: Der Beruf der Modistin fesselt sie bis heute. Die Ideen übersteigen die verfügbare Zeit, der Tag ist zu kurz, die Hände zu wenig. Das ist keine Klage, sondern Leidenschaft.
Für eine lebendige Innenstadt: Claudias Plakat-Aktion
Neben ihrem Handwerk engagiert sich Claudia mit Herzblut für ein Thema, das sie persönlich berührt: das Sterben des Einzelhandels in deutschen Innenstädten. Als eine Freundin in Lüneburg ihren Laden schließen musste und immer mehr kleine Unternehmen auf Instagram berichteten, sie könnten nicht mehr, handelte Claudia.
Sie räumte die Dekorationen aus beiden Schaufenstern und ersetzte sie durch große Plakate, die zeigten, wie es aussehen könnte, wenn “HUTWILLER” nicht mehr existiert. Die Botschaft war klar: Wenn ihr uns nicht unterstützt, sind wir bald weg.
„Ich habe gesagt, wenn wir nicht anfangen, Einzelhandel eine Stimme zu geben, verschwindet es sang- und klanglos und keiner sagt irgendwas.“
Die Reaktionen waren gemischt, aber laut. Kund:innen kamen verwirrt herein und fragten, ob der Laden schließt. Die Tageszeitung berichtete. Sat 1 drehte. Andere Händler:innen riefen an und baten darum, die Plakate ebenfalls aufhängen zu dürfen. Von der Politik? Keine Reaktion.
Claudia nahm das nüchtern zur Kenntnis und macht trotzdem weiter. Denn menschliche Begegnung ist ihr Antrieb. Als jemand, der an der Supermarktkasse immer die besetzte Kasse wählt und die Kassiererin beim Namen kennt, weiß sie:„Lächeln setzt was frei im Körper. Das habe ich nicht, wenn ich am Computer sitze.“
Die Website als Handwerk: Warum Jimdo der richtige Rahmen war
Claudia wollte nie einen Onlineshop. Als Handwerksbetrieb war das lange kein Thema. Doch kurz vor Corona änderte sich ihre Haltung – nicht weil sie musste, sondern weil sie einen Weg fand, der zu ihr passte.
„Ich bin Handwerkerin und kein Computermensch, aber mit Jimdo konnte ich mir trotzdem selbst eine Website und einen Onlineshop erstellen.“

Die Entscheidung für Jimdo fiel nach einem schlichten, aber treffenden Kriterium: Die Designvorlagen sprachen sie an. Clean, nicht überladen und damit passend zu ihrer Handschrift als Modistin. Und dann: Sie konnte alles selbst machen.
„Ich musste niemanden beauftragen, eine Website für mich zu bauen. Die Kosten für eine Agentur konnte ich mir damit komplett sparen. Für kleine Unternehmen ist das ein riesiger Unterschied.“
Andere Anbieter hätten zwischen 4.000 und 6.000 Euro für eine Seite verlangt, die sie vielleicht noch nicht mal hätte selbst bedienen können und bei der sie ständig auf eine Agentur angewiesen wäre. Für Claudia, die als Modistin auf den Millimeter genau weiß, was ihr gefällt und was nicht, war das keine Option. Besonders schätzt die Kielerin die Flexibilität der Plattform:
„Das ist meine Seite. Da steckt mein Handwerk und meine Persönlichkeit drin. Mich haben Jimdos Designvorlagen überzeugt und trotzdem kann ich jederzeit Farben ändern, Inhalte anpassen und den Shop saisonal gestalten.“
Der Onlineshop: Visitenkarte mit Umsatz
Claudia betreibt ihren Jimdo Onlineshop bewusst anders als klassische Onlinehändler. Nur 10 bis 15 Prozent ihres Sortiments sind dort zu finden: die schönsten Stücke, die besonderen Handfertigungen, die Premiumprodukte. Der Rest? Die gibt es nur im Laden.
„Der Onlineshop ist wie eine Visitenkarte, nur dass er gleichzeitig auch Umsatz bringt.“
Das Konzept dahinter ist klug: Der Shop soll nicht ersetzen, was der stationäre Laden bietet, er soll eher neugierig machen. Wer online eine Mütze aus gekochter Wolle oder einen handgefertigten Panamahut entdeckt, soll denken: „Da muss ich hin.“ Und wer beim Urlaub in Kiel HUTWILLER besucht hat und zu Hause wieder ein Lieblingsstück braucht, der kann es nachbestellen.

Instagram trifft Jimdo: Großes Kino für kleine Betriebe
Was Claudia mit der Verknüpfung von Instagram und ihrem Jimdo Onlineshop beschreibt, klingt im ersten Augenblick nach einer simplen Funktion. Für sie ist es jedoch ein echter Gamechanger:
„Ich kann Produkte auf Instagram zeigen und diese direkt mit meinem Onlineshop verlinken- das ist wirklich großes Kino.“
Ein Foto, ein Klick und Kund:innen landen direkt im Shop und können sofort kaufen: Wer also an einem Freitagabend ein Live-Event verfolgt und eine rote Wintermütze sieht, die perfekt zur eigenen Jacke passt, kann sofort nachschauen und bestellen. Ohne Umwege, ohne Plattformbindung und direkt bei HUTWILLER. Das bedeutet: Die Kundendaten, die Transaktionen, die URL, alles bleibt in Claudias Hand.
Live Shopping als Herzstück: Teleshopping mit Gefühl
Was als Notlösung in der Corona-Pandemie begann, ist heute eine der stärksten Einnahmequellen der Unternehmerin. Als die Läden im Frühjahr 2020 schlossen, fragte sich Claudias Team: Was machen wir jetzt? Eine Mitarbeiterin schlug vor, Stoffmasken zu nähen: dreilagig, sorgfältig, mit passendem Kopfschmuck kombiniert. Sie zeigten ihre sogenannten “Schnutenhüte” auf Instagram. Die Bestellungen kamen. Aus zehn Stücken wurden Tausende, die bundesweit versendet wurden. Bald folgten sogar Anfragen aus China, die Claudia ablehnte: „Wir sind ein kleiner Handwerksbetrieb. Das können wir nicht.“
Doch was wirklich entstand, war wertvoller als die Masken selbst: eine Community. Menschen folgten dem Kanal, wollten mehr sehen, fragten nach den Hüten, nach den Tüchern, nach dem Betrieb dahinter. Aus dieser Neugier entstand das “Instagram Live Shopping”, das alle drei Wochen, freitags, ab 16:30 Uhr, bis zu drei Stunden lang stattfindet.
Das Format ist ehrlich, nahbar und durchweg authentisch. Claudias Team zieht die Stücke an, nennt die eigenen Größen, sagt auch mal: „Der kratzt mich und ist nichts für empfindliche Haut.“ Kund:innen chatten in Echtzeit, reservieren Artikel direkt im Kommentarbereich, schreiben im Nachgang eine Nachricht und erhalten am nächsten Tag ihr Paket.
„Die sagen dann immer, das ist so wie Teleshopping mit Gefühl.“
Bis zu 20 bis 30 Pakete gehen nach jedem Live-Event raus. Menschen aus Mexiko, Basel, Köln und Hamburg verfolgen die Sessions. Manche pausieren kurz für die Toilette, kommen aber wieder, weil sie nichts verpassen wollen. Die Kund:innen bleiben dran, kommentieren und kaufen, weil sich alles persönlich anfühlt.
Fazit
Claudia Voss zeigt, wie zeitloses Handwerk und digitale Sichtbarkeit kein Widerspruch sind, sondern eine Einheit. Ihre Jimdo Website ist keine Pflichtübung, sondern ein Spiegel ihrer Persönlichkeit: selbst gestaltet, saisonal angepasst, ehrlich und direkt. Ihr Live Shopping auf Instagram ist kein Marketing-Trick, sondern gelebte Gemeinschaft. Und ihr Engagement für die Innenstadt ist kein PR-Manöver, sondern der Ausdruck von jemandem, der wirklich glaubt: Menschen brauchen Menschen.
Genau diese Eigenverantwortung macht den Unterschied: Claudia baut ihre Online-Präsenz selbst und bleibt unabhängig.
Claudias Tipps für deine Selbstständigkeit
Fokus statt Verzettelung
„Viel zu viel ist auch manchmal zu viel. Man kann nicht auf jeder Party tanzen. Man muss wirklich überlegen: Wo bin ich effektiv? Wo verschwende ich Energie und Zeit?“
Herzblut ist Pflicht
„Selbstständigkeit bedeutet nicht Geld verdienen, sondern Spaß daran zu haben, glücklich zu sein mit dem, was man macht. Wer damit reich werden will, ist glaube ich nicht gut aufgehoben.“
Menschen sehen und einsetzen
„Jeder Mensch hat andere Stärken und Schwächen. Man sollte genau hingucken und die Menschen dort einsetzen, wo sie wirklich effektiv sind. Ihre Ressourcen nicht verschwenden – das ist ganz wichtig.“
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